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Weitere Zukunft in der Schweiz
Bereits 1924 erlangte Walther Steiger bei der Schweizer „Neuen Automobil AG Martini“ in St. Blaise die Aktienmehrheit. Dies war für die Familie Steiger Anlaß, nach der Firmenauflösung in Burgrieden in die Schweiz zu ziehen. Durch die Firmenauflösung in Burgrieden verlor Walther Steiger seinen gesamten Besitz, auch seine Villa in Burgrieden mußte verkauft werden. Es blieb der Familie kein anderer Weg, als der in die Schweiz .

Der Verwaltungsrat der Firma Martini wurde von Walther und Robert Steiger, Otto Suhner, Herisau, L. Huguenin und G. Ducommun gebildet.

Martini Steiger wie er nach 1928 angeboten wurde.
Die Firma Martini wurde bereits im Jahr 1888 in Frauenfeld gegründet, Hauptschwerpunkt der Produktion war die Herstellung von Waffen. Bereits im Jahr 1898 wurden Versuche mit Verbrennungsmotoren gemacht. Es sollen sogar einzelne Fahrzeuge hergestellt worden sein, jedoch ist hierüber nichts Näheres bekannt. Die Ergebnisse der Versuche sollen aber recht gut ausgefallen sein. Dies war der Anlaß, daß die Firma einen zweiten Betrieb in St. Blaise in der Westschweiz eröffnete, um die Herstellung von Personenwagen aufzunehmen. Ab 1903 wurden in St. Blaise Personenwagen in Lizenz hergestellt. Im Programm waren Vierzylinder - Versionen mit Leistungen von 16/20 PS bis 30/40 PS und 40/50 PS. Das Stammwerk in Frauenfeld baute ausschließlich Nutzfahrzeuge. Im Jahr 1905 wurde in Berlin eine Martini-Automobil-Verkaufs AG eingerichtet. Die Leitung des deutschen Betriebes erhielt Julius Beutler. Die „Neue Martini-Automobil AG“ wurde im Jahr 1908 gegründet, dabei wurde das Kapital der Martini Automobile Co., Ltd., London übernommen.

Martini Rennwagen

Als Walther Steiger den Betrieb in St. Blaise übernahm, stellte er weiter Fahrzeuge her mit dem Namen „Steiger“. Die Schweizer „Steigerwagen“ konnten aber ihren Burgriedener Vorbildern nicht das Wasser reichen. Die Fahrzeuge hatten zwar stärkere Motoren, jedoch waren die Ventile der Motoren seitengesteuert, mit sogenannten „stehenden Ventilen“. Die schwäbischen Steiger hatten bereits eine obenliegende Nockenwelle mit hängenden Ventilen. Der Unterschied machte sich im Verbrauch, im Wirkungsgrad und in der Bauform deutlich bemerkbar. Im Jahr 1928 wurde in der „ADAC-Motorwelt“ der 90 PS starke Steigerwagen vorgestellt.

In der Schweiz wurden zwei verschiedene Steigerwagen hergestellt: Das Modell FU hatte einen seitengesteuerten Sechszylinder Motor mit 3,1 l Hubraum, das Modell FUS ebenfalls ein seitengesteuerter Sechszylinder mit 4,4 Litern Hubraum. Das kleinere Fahrzeug FU leistete 55 PS, der große Bruder hatte 90 PS unter der Haube. Gegenüber dem schwäbischen Vorbild waren bei den Schweizer Motoren vier Kurbelwellenlager, der Burgriedener Steiger hatte nur 2 Lagerpunkte. Es war aber genau zu erkennen, daß den Schweizer Steigerwagen die konstruktive Hand von Paul Henze gefehlt hat. Er ging nach mehrjährigem Steigeraufenthalt in Burgrieden zu Simson nach Suhl/Thüringen. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Selve wechselte er zu NAG über, wo er einen 8- Zylinder konstruierte. Von der Firma NAG in Berlin wechselte er wieder zu Walther Steiger. Der Konstrukteur erhielt bei Martini den Auftrag für ein Kraftfahrzeug mit Frontantrieb. Vermutlich aus finanziellen Gründen ist die Arbeit von Paul Henze aber nicht über die Vorarbeiten hinaus gekommen.

Martini Six und Steigerkarossie Hans Neuer

Martini Messestand mit 2,5 Tonner LKW und Busse


Technische Details zu Martini 2,5 Tonner




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